741 stattete Karlmann, der Bruder Karls d. Gr., durch großzügige Schenkungen das neu errichtete Bistum Würzburg reich aus, u.a. mit 25 im Besitze des fränkischen Königtums stehenden Eigenkirchen. Darunter war auch die nachfolgend für Geroda zuständige Kirche in Brend, heute Brendlorenzen bei Bad Neustadt an der Saale, eine Martinskirche. Diese Urpfarrei hatte einen Durchmesser von ca. 60 km zwischen Bastheim und Mittelstreu bzw. Hollstadt und (dem damals noch nicht bestehenden) Geroda.

Am 20. April 974 schenkte Kaiser Otto II. dem Kollegiatstift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg die "Salzforstpfarrei" Brend (und die Königskirche zu Salz). Obwohl das Stift St. Peter und Alexander von seiner Gründerfamilie her kaiserlichen Ursprungs war, brauchte es doch (1011?) den Schutz einer starken Hand unmittelbar in unserer Region: Das Vogteirecht über die Pfarrei Brend erhielten die Henneberger - aber nur als Schutzherrn des Stiftsbesitzes von St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg. Das Stift Aschaffenburg baute die Pfarrei Brend aus, 1184 wurde Brend erstmals als Pfarrei genannt. In diese Zeit der Zugehörigkeit zu diesem Stift fällt die Errichtung einer Kapelle in Geroda als Filiale der Mutterkirche in Brend, wahrscheinlich in der Mitte des 12. Jahrhunderts.

Geroda war in seelsorgerischer Hinsicht - wohl wegen der weiten Entfernung von Brend - schon vor der Pfarreigründung 1345 ziemlich selbständig gewesen, denn in einem (undatierten) Verzeichnis kirchlicher Pfründen des Bistums Würzburg, das nicht lange vor der Mitte des 14. Jahrhunderts abgefaßt wurde, war Geroda bereits als "capella curata" geführt, d.h., dass Geroda schon vor 1345 eine Kapelle mit einem Geistlichen (als Kaplan) besaß, der alle pfarreilichen Verrichtungen vornehmen durfte.

1324, nach 17 Jahre dauernden Streitereien, kirchenrechtlichen Hindernissen und Spitzfindigkeiten wurde der Besitzwechsel der Pfarrei Brend vom Kollegiatstift St. Peter und Alexander an das Kloster Bildhausen vollzogen.

Mit dem Jahre 1345 beginnt die eigentliche Geschichte der selbständigen Pfarrei Geroda. Der Würzburger Bischof Otto von Wolfskehl trennte die Kapelle in Geroda von der Mutterkirche in Brend und erhob sie am 20. Juli 1345 zur selbständigen Pfarrei. Das Kloster Bildhausen behielt (zunächst) das Patronatsrecht. Anschließend übertrug Abt Friedrich von Bildhausen alle Rechte in Geroda auf den Bischof Otto. Die Kirchweih wurde damals an Maria Himmelfahrt gefeiert. (Obwohl Platz bereits 1317 urkundlich erwähnt wurde, ist von einer Filiale Platz der Pfarrei Geroda keine Erwähnung zu finden.)

1497 wurde Valentin von Bibra vom Würzburger Bischof Lorenz von Bibra (1495-1519) mit dem Patronatsrecht über die Kirche zu Geroda belehnt, und 1522 übertrug der Würzburger Fürstbischof Konrad von Thüngen an Georg von Bibra und seine Nachfolger (d.h. erblich) das Kirchen- und Schulpatronat über Geroda-Platz. Um 1550 wurde die Reformation in Geroda eingeführt.

Mit dem Verkauf Gerodas an die Herren von der Tann zu Beginn des 17. Jahrhunderts gingen auch die Kirchenrechte über Geroda und Platz von den von Bibra an die neuen Besitzer über.

Die Herren von der Tann hatten alle gegenreformatorischen Angriffe Fuldas und Würzburgs abwehren können. 1692 verkaufte Heinrich von der Tann Geroda; das Kirchen- und Schulrecht verblieb aber bei den Herren von der Tann. Obwohl die kirchlichen Rechte der Kirchenherrschaft von Seiten der Landesherren bedrängt und vor allem in Platz von Seiten Würzburgs eingeschränkt wurden, blieben Geroda und Platz evangelisch in einer nun rein katholischen Umgebung. 1802 wurde auch der Übergang der Kirchenrechte von den Tann an das Bistum Fulda mit dem Einverständnis des Bistums Würzburg rechtsgültig vollzogen.

1803 – 1816 folgte die kirchliche Zuordnung der Pfarrei Geroda/ Platz in die kirchlichen Organisationsformen der jeweils herrschenden Mächte.

Der bayerische König übernahm für Platz ab 1803, für die Gesamtpfarrei Geroda/ Platz ab 1816 alle bischöflichen Rechte.
1816 – 1817 gehörte die Pfarrei Geroda/ Platz zum k. bayr. Inspektion Gersfeld im Generaldekanat Ansbach (Generalkonsistorium in München),
1818 – 1819 zur bayer. Inspektion Gersfeld im Konsistorium Bayreuth (Oberkonsistorium der prot. Gemeinde in München),
1820 – 1824 zum k. bayer. Dekanat Gersfeld im Konsistorium Bayreuth (Oberkonsistorium der prot. Gemeinde München),
1824 – 1827 zum k. bayer. Dekanat Gersfeld im Konsistorium Bayreuth (Oberkonsistorium der k. bayer. prot. Kirche in München),
1827 – 1832 zum k. bayer. Dekanat Hettershausen im Konsistorium Bayreuth (Oberkonsistorium der k. bayer. prot. Kirche in München),
1832 – 1919 zum k. bayer. Dekanat Waizenbach im Konsistorium Bayreuth (Oberkonsistorium der k. bayer. prot. Kirche),
1920 (mit dem Ende der Staatskirchenhoheit) – 1921 zum Dekanat Waizenbach im Kirchenkreis Bayreuth (Kirchenpräsident in München),
1921 – 1929 zum Dekanat Waizenbach im Kirchenkreis Ansbach (Kirchenpräsident in München),
1929 – 1933 zum Dekanat Lohr im Kirchenkreis Ansbach (Kirchenpräsident in München) und
1933 – 1987 zum Dekanat Lohr im Kirchenkreis Ansbach (Landesbischof in München),
ab 1987 zum Dekanat Lohr im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg mit Sitz in Ansbach (Landesbischof in München).

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